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Wege der Zukunft: Genossenschaftlich oder als Gemeingut organisierte Wanderwege - Instrumentarium zukunftsfähiger Regionalwirtschaft

Mit meinem Projektbüro proreg biete ich Kommunen und Regionen ein kompetentes Umsetzungsmanagement an der Schnittstelle zwischen Wandertourismus und Regionalentwicklung. Dieser Artikel stellt einen innovativen Blickwinkel zur Diskussion, mit dem große Wanderwege für konsequent nachhaltige regionale Kreisläufe gestärkt und neue sozioökonomische Muster in Gang gebracht werden können.

 

Hier werden neue planerische Trittsteine vorgestellt. Es geht darum, regionale Wanderrouten bürgergenossenschaftlich oder gemeingutwirtschaftlich zu organisieren und dadurch noch stärker als Instrumentarien einer fokussiert zukunftsfähigen Regionalwirtschaft zu entwickeln. Die Idee, Wege gegebenenfalls als "Gemeingut" aufzufassen, geht auf Ulrich Grober, der diesesn Aspekt in einem Vortrag im Sommer 2012 erstmals äußerte und damit an die aktuell weltweit diskutierte Common-Forschung anknüpfte. Eine konzeptionelle Fortführung seiner Grundidee beschäftigt mich seit August 2012, wobei ich stärker als eine gemeingutwirtschaftliche die genossenschaftliche Struktur ins Feld führe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angeregt von Ulrich Grobers Überlegung, einen zertifizierten Weg als Gemeingut zu entwickeln, habe ich mir die groben Konturen der Idee, einen Wanderweg als "common" zu konzipieren, einmal näher betrachtet und konzeptionelle Überlegungen dazu angestellt, die ich mir auch für den Neckarsteig zwischen Wimpfen und Heidelberg - zu dieser Zeit noch auf der Suche nach einer Organisationsform - gut hätte vorstellen können. Generell stellt sich für unsere zertifizierten Wanderwege, insbesondere die großen "Regionalwege" ja mehr und mehr die Frage, wie sie sich deutschen Wandermarkt positionieren lassen und wie man ihre Qualitätsentwicklung dauerhaft koordinieren könnte; nicht selten fehlt das Bewusstsein und oft schlichtweg der Etat für Wegemanagement und Marketing. Schon aus diesem Blickwinkel heraus könnte eine neue Form von Trägerschaft den ein oder anderen Regionalweg in eine neue Zielrichtung lenken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Vision, ein Scenario: Eine große zertifizierte Regionalroute wird als Gemeingut oder ein eng daran angelehntes Format entwickelt und von einer breiten Bürgerschaft sowie engagierten regionalen Unternehmern getragen. Die Idee der "commons" hat viele Überschneidungen zu bürgergenossenschaftlichen Organisationsformen, die sich - wenngleich bislang erst selten praktiziert - auch als starke Alternativen im Tourismus und Marketing erweisen, gerade durch ihre Orientierung zur Gemeinschaftlichkeit und Solidarität, die sich im Rahmen der Stadt- und Regionalentwicklung mit ihren kommunalen oder regionalen Wirtschaftskreisläufen sehr gut umsetzen lässt. Folglich bietet sich die Überlegung an, einen großen Regionalweg - nennen wir diesen hier einmal "Regio-Steig" - als Projekt einer eingetragenen Genossenschaft (eG) aufzubauen.

 

Ein regionaler Zertifikatsweg kann, bürgergenossenschaftlich oder gemeingutwirtschaftlich entwickelt werden, um erstens realisierbare Optionen für Qualitätsentwicklung, Wegemanagement und Vermarktung anzubieten, zweitens um das Produkt durch eine solidarische Zuständigkeits- und Leistungsgemeinschaft zu stärken, drittens um dieses Produkt, den Weg also, optimal als Instrumentarium für regionale Wirtschaftskreisläufe nutzen zu können, wobei nicht der Wachstumsgedanke überbetont, sondern ökonomische Stabilität und gesellschaftliché Lebensqualität als zukunftsfähige Ziele definiert werden.